Gegen 6:50 fahren Chrissi und ich zur Schule - er fährt hin und ich dann weiter zur Arbeit. Ich verschwinde dann für die Familie in unserem Office in Lowell ungfähr 15 min entfernt von Bedford. Diesen kurzen Arbeitsweg genieße ich zunehmend. Niclas und Constantin fahren dann gegen 7:20 mit dem typischen gelben Schulbus zur Schule. Der Unterricht ist dann sehr eng getaktet mit 5 min Pausen zwischen den Unterrichtsstunden. In dieser Zeit müssen sie die Räume wechseln und ihre Sachen aus und einpacken, dafür gibt es den typischen "Locker" in den Fluren. Da die Gruppenzusammensetzungen je nach Unterrichtsfach wechseln, kommen häufig andere Kinder im Unterricht zusammen. Das war sicher sehr lustig in den ersten Tagen, als Nici und Consti von Klassenraum zu Klassenraum gerannt sind und nur wenig verstanden haben. Aber alle Achtung, sie haben es gemeistert. Und das geht dann die ganze Woche so. Die Ferien sind hier ganz anders gruppiert. Ausser Weihnachten, Winter und nach Ostern eine Woche gibt es hier höchstens mal ein verlängertes Wochenende, wenn Feiertage anstehen. Dafür sind die Sommerferien dann fast 2,5 Monate lang. Zum Ablauf am Nachmittag komme ich dann einandermal.

Auch hier läuft die Adventszeit auf Hochtouren. Exakt nach dem Thanksgiving Tag hat sich ganz Amerika auf Weihnachten eingestellt. Und auch erst ab dann gab es Pfefferkuchen und Candy-Sticks in den Regalen der Supermärkte. Also recht spät im Vergleich zu Deutschland, aber dafür mit unerbittlicher Härte - Weihnachtsmann im Kaufhaus für die Fotos mit den Kleinen inklusive. Dafür steht man dann auch gerne mal 1h in der Schlange inmitten einer Mall. Der typische Weihnachtsschmuck ist hier ein einfacher Tannenkranz mit roter Schleife. Also sehr schlicht und garnicht so verkitscht wie man sich das sonst in Amerika vorstellt. Diesen Kranz gibt es in allen Größen bis zu 2m Durchmesser, je nach dem wo man dieses Schmuckstück anbringen will. Aber natürlcih gibt es auch das andere extrem von dem wir in Deutschland ja schon sehr viel abbekommen haben, wenn sich NAchbarschaften einen unerbittlichen Kampf liefern im Wer-hat-die-meisten-und-buntesten-Lichter-an Wettstreit. Etwas neidisch schauen wir ja schon auf Euch in Deutschland, wenn man den vielen Schnee so sieht. Wir hatten bis auf 5-6 Schneeflocken noch nichts abbekommen. Etwas weiter westlich von uns im Mittleren Westen herrscht allerdings schon das blanke Chaos durch Blizzards (Schneestürme). Dieses Extrem im Hinterkopf, können wir uns dann auch wieder mit einer schneefreien Wetterlage kurz vor Weihnachten abfinden. Die katholische Gemeinde hier in Bedford bietet auch eine gewisse Stetigkeit zu Weihnachten. Um 10 Uhr abends beginnt die Christmette. Am Nachmittag findet sogar so etwas wie ein Krippenspiel statt. Was noch fehlt ist so ein richtig schönes Gospelkonzert. Mal sehen, ob wir das noch irgendwie hinbekommen. - Thomas

