Donnerstag, 7. April 2011

Basketball in Boston

Letzten Sonntag haben wir es endlich geschafft zu einem der großen Sport-Events in der Stadt zu gehen. Wir waren im TD Garden, DER Veranstaltungshalle in Boston für Konzerte und Sportereignisse. Das ist eine Riesenhalle, mitten in der Stadt über einem Bahnhof gebaut. Fast, als hätte man die O2 Arena über den Ostbahnhof gebaut, nur - wie hier üblich - noch größer. Die Boston Celtics, so heißt das lokale Team, spielt in der Tat sehr weit oben in der NBA mit. Für diese Saison haben sie sich auch einen Superstar eingekauft - Shaquille O'Neal. Ein Riese, von dem man kaum glaubt, dass er sich überhaupt bewegen kann und dennoch spielt er extrem effektiv. Für unsere Jungs war es das erste große Basketballspiel überhaut, dementsprechend begeistert waren sie von der Stimmung. Obwohl wir sehr weit oben gesessen haben, konnte man alles gut sehen und die Stimmung erleben. Angela und ich, als Alba Besucher, haben aber festgestellt, dass sich Berlin diesbezüglich nicht hinter Boston zu verstecken braucht. Vielleicht lag es aber auch an der Überlegenheit der Celtics über die Detroiter, dass es nicht so richtig heiß und spannend wurde.Was allerdings die Spielqualitäten und die spektakulären Würfe angeht, war das schon ein gutes Stück mehr als das, was wir sonst in Berlin geboten bekommen.

Wenn auch noch lange keine sommerlichen Wetterbedingungen herschen, so beginnt auch hier langsam der Frühling Einzug zu halten. Nach den Angaben von Kollegen und Freunden, soll dieser dann nur kurz und intensiv sein und gleich in den Sommer übergehen. Nah mal sehen. Letzte Woche hat es jedenfalls nochmal knapp 10 cm geschneit und guess what - die Schule hat gleich 2 Stunden später begonnen. Da sag nochmal einer, die Amerikaner übertreiben nicht. Die Tennisnetze sind jedenfalls auf unserer Farm schon aufgebaut, so dass wir wieder alle spielen können, wenn es das Wetter und die Zeitplanung zu lassen. Chrissi hat seinen Sommer-Sportkurs gewählt und nimmt seit letzer Woche am Tennis-Training der Highschool teil. Niclas und Constantin bereiten sich schon mal auf die Schule in Berlin vor und haben hier mit Französisch begonnen.

Sonntag, 6. März 2011

Kurzes Sommer Intermezzo

Wir können es kaum glauben, wie die Zeit verfliegt - es ist nun schon Anfang März. Ende Februar hatten wir hier in Boston eine der wenigen Ferienwochen. Fuer uns eine Chance, etwas aus New England und der Kälte zu fliehen. Mexiko hieß unser Ziel, genauer die Halbinsel Yukatan, also das Land der alten Maya. Meine Kollegen haben mir allerdings vorher wegen der Sicherheitslage richtig Angst gemacht. "Aber wenn ihr nicht gerade alleine quer durchs Land fahrt geht das schon." - Genau das war es aber, was wir geplant hatten und um es vorweg zu nehmen, wir haben alles wohlbehalten überstanden und genossen.
Angefangen an der Karibischen Küste in Playa del Carmen haben wir diverse Maya Stätte und Ruinen besucht, ein Bootsfahrt im Naturreservat und am Ende nochmals das Sommer-Feeling am Strand genossen, bevor es nach gut einer Woche wieder zurück nach Boston ging.
Dabei haben wir dann erleben können wie im sonst so Service-orientierten Amerika, diese Einstellung offenbar beim Fliegen komplett verloren geht. Wir sind mit US Airways geflogen, immerhin 4,5h. Es gab dabei gerade mal ein Getränk und jegliche Mahlzeit hätte man recht teuer und schlecht kaufen müssen. Die eigentlich reservierten Plätze waren nicht mehr verfügbar und so mußten wir trotz "Familien Status" recht verteilt im Flugzeug sitzen. Auf dem Rückflug, dann das gleiche Drama mit Umsteigen diesmal in Philadelphia und letzlich komplett verlorenem Gepäck in Boston. Das wurde uns dann am nächsten Morgen zugestellt. Ausser einer Floskel von Entschuldigung und dem Hinweis, dass dies ja ständig passiert, haben wir nicht viel von der Fluggesellschaft mitbekommen. Generell wirkte alles wirklich veraltet und kein Vergleich zu den Verhältnissen in Deutschland.

Trotz dieser Erfahrung haben wir uns endlich wieder erholen können und richtig Sonne tanken und den Frühling geniessen, der hier in Boston wohl noch etwas auf sich warten lassen wird.
In Berlin soll es ja schon recht frühlingshaft sein.
Wir wünschen allen viel Spaß bei den erstenwarmen Sonnenstrahlen in Berlin. -Thomas

Mittwoch, 9. Februar 2011

Schnee und Murmeltiere

Jetzt, da hoffentlich alle wieder gesund und mit ausreichend Erholung aus den Winterferien zurückgekehrt sind, will ich mal wieder ein paar Updates von uns geben. Habe ich letztens erst vom ersten Snowday gesprochen, sind wir mittlerweile schon bei #5 angelangt und diese sind nur zum Teil nachvollziehbar. Sicher es fällt viel Schnee, aber mann geht hier in den USA tatsächlich kein Riskio bzgl. des Schultransportes ein. Häufig sind am Mittag allerdings die Straßen komplett geräumt. Die sich auftürmenden Schneemassen stellen dann das eigentliche Problem dar, da Kreuzungen nicht mehr eingesehen und Parkplätze nur noch zum Teil genutzt werden können. Mit Bulldozern wird dann der Schnee auf Laster transportiert und abgefahren. In Boston hat man eine Ausnahmegenehmigung erwirkt, dass der Schnee auch in das Hafenbecken gekippt werden darf.
Ich habe hier tatsächlich eine Volleyball Truppe gefunden, die montags für 3h abends in der Highschool hier in Bedford spielt. Die Bandbreite reicht vom Hobbyspieler - durchaus auch älteren Baujahres - bis zum ambitionierten Freizeitsportler. Jedenfalls steht der Spass im Vordergrund, wenn auch manchmal durchaus heftige Diskussionen über den Spielstand ausbrechen. Da sind die Amerikaner doch sehr wettbewerbsorientiert und lassen nicht locker. Chrissi sieht seinem letzen Skirennen entgegen, bevor die Wintersaison dann ihrem Ende entgegen geht. Das Beste, neben dem Skifahren, waren wohl für ihn die wöchentlichen Treffen bei einem der Teammitglieder zu Hause mit großem "Fressgelage".
Langsam fiebern wir aber nun wirklich dem Frühling entgegen, der hier in Neuengland allerdings sehr spät und dann auch nur kurz aufblitzen soll. Er geht dann recht schnell in den Sommer über. Jedenfalls hat Phil das Murmeltier am Murmeltiertag (Groundhog Day) einen "Early Spring" vorhergesagt. Das sind dann die immernoch unbegreiflichen Seiten Amerikas für uns, wenn man sich vorstellt, welch Kommerz und unsinniger Trubel um so ein armes Murmeltier getrieben wird. Aber Ansätze sind ja in Deutschland auch zu erkennen, wenn es um das eine oder ander Beuteltier mit Augenfehlern geht ;-)     - Thomas

Donnerstag, 13. Januar 2011

Snowday

Jetzt hat der Winter auch hier wieder richtig zugeschlagen und wir waren diesmal nicht auf der Flucht nach Canada, wie zu Weihnachten. Das Beste zu erst, die Jungs hatten ihren ersten "Snowday" - also schulfrei wegen Schneefalls. Im ganzen Schuljahr sind etwa 5 Tage vorgesehen, um die das Schulhjahr in den Sommer verlängert werden kann, sollte es Snowdays geben, um diesen Ausfall zu kompensieren. Es sind etwa 50 cm Neuschnee innerhalb von 14h gefallen. Ich habe heute morgen auch lieber einen Home-Office Tag eingelegt, da die Strassenverhältnisse üblicherweise sehr kritisch sind. Die Firmen bieten es den Mitarbeitern geradezu an, wenn möglich und sinnvoll, von zu Hause zu arbeiten. Jedenfalls war der "Blizzard" schon einen Tag vorher Gesprächsstoff bei sämtlichen Gelegenheiten. Es hat dann auch ca. 60 000 Haushalte mit Stromausfällen getroffen. Das erklärt, weswegen in manchen Counties der "lokale Notstand" ausgerufen wird. Unser Bedford blieb davon allerdings verschont.
Angela ist gestern mit Niclas und Constantin zum Schlittschuhlaufen auf dem Fluss gewesen. Das war wohl ein Riesen-Erlebnis, da zu dieser Zeit noch kein Schnee gelegen hat und die Eisfläche traumhaft glatt war. In Berlin scheint der Schnee mittlerweile wieder zurückzugehen bei uns hingegen fängt er wohl jetzt erst an und wird wohl auch länger bleiben als bei Euch in Berlin.
Wir halten Euch jedenfalls nicht nur wettertechnisch auf dem Laufenden. - Thomas

Sonntag, 2. Januar 2011

Christmas in Boston

Jetzt liegt die Weihnachtszeit schon wieder hinter uns. Wir hatten einen wunderschönen Weihnachtsabend in einer evangelischen Kirche mit Kerzenschein, Theaterstück, Weihnachtsliedern und Besinnlichkeit. Danach sind wir zu Freunden zum Dinner gegangen und haben einen richtigen Spieleabend mit einer weiteren Familie verbracht. Wer hätte gedacht das das in den USA möglich ist. Fast wie bei uns zu Hause in Berlin. Aber auch nur fast.

Da in den USA der Urlaubsanteil und die Verteilung der Schulferien begrenzt ist, habe wir die Weihnachtsferien (1 Woche) genutzt und sind nach Kanada zum Skifahren gereist. Damit sind wir auch wirklich um Stunde dem nahenden Blizzard entkommen, der ab dem 2 Feiertag dann im Nordosten sein Unwesen trieb. Höflich sollte man sagen das dies nicht gerade die Alpen waren. Aber nach 2 Jahren Skipause war es wieder sehr schön, auf den Brettern zu stehen und die nicht extrem steilen Hänge herunter zu fahren. Wie gesagt kein Vergleich mit Söll oder Elmau, aber trotzdem schön. Da wir Kombi-Skipässe hatten, die von 3pm - 6pm des nächsten Tages gültig waren, konnten wir auch mal einen Vormittag aussetzen und trotzdem ab dem Nachmittag wieder fahren. Die Pisten waren alle sehr gut beleuchtet in der Nacht. An einem dieser Vormittage habe wir auch Montreal besucht, eine ehemalige Olympiastadt, die ein sehr interessantes Flair versprüht. Sehr Europäisch, es wird fast ausnahmslos französisch gesprochen und sie ist nach Paris die größte "französisch-sprechende" Stadt der Welt. Ich weiß, irgendetwas finden die hier immer, was das größte, höchste oder beste ist. Dennoch muß man sagen, obwohl wir nur 4 Autostunden von Boston entfernt waren, stellt man einen erheblichen Unterschied zu den Leuten fest. Sie wirken gebildeter, legen mehr wert auf ihr Äußeres und sind nicht übertrieben freundlich. Montreal bietet auserdem ca. 32km unterirdische Passagen, die die verschiedenen Malls und Metro-Stationen verbinden. Da könnte man auch bei ungemütlichsten Wetter Bummeln gehen. Montreal ist nämlich auch für einen besonders kalten Wind bekannt.

Wie alle anderen sicher auch, konnten unsere Kinder dem Schulanfang im neuen Jahr auch nicht entgehen und sind nun wieder voll im Schulrythmus eingestellt. Das war nach der ersten wirklichen Pause in diesem Schuljahr für uns nicht ganz leicht. Die verbliebenen Schneeberge des letzten Blizards könne auch nicht als Argumentation für einen Schneetag (Schulfrei wegen starken Schneefalls) verwendete werden. Gestern ist wieder stärkerer Schneefall angekündigt worden, und prompt hat die Direktoren der Schule, natürlich vom Band, bei allen Eltern angerufen und die Möglichkeit beschrieben, das die Kinder eventuell früher nach Hause geschickt werden. Aktuelles möge man dem lokalen Fernsehsender entnehmen. Da kann man nichts sagen - sehr Service-orientiert.

Zum Schluß wünschen wir natürlich nochmals allen ein gesundes und gesegnetes 2011. Wir denken an Euch und freuen uns auf ein Wiedersehen im Sommer. - Thomas