Samstag, 30. Oktober 2010

Was für ein Erlebnis

Am Freitag habe ich in meiner Schule eine neue sehr interessante Erfahrung gemacht. Die Stunden waren kürzer als sonst und nebenbei trugen die Schüler blau, schwarz und weiss, je nachdem wie die Farbe ihrer Klassenstufe war. Ich trug, weil ich in der 11. bin, blau. Wie auch immer, nach dem Unterricht wurden die vier Klassenstufen ins gym gerufen, wo man sich dann, je nachdem in welcher Stufe man war, auf die Tribüne setzte. Danach trat die Tanzgruppe unserer Schule auf, die Marching Band spielte, unsere Cheerleader traten mit sehr artistischen Übungen auf und, was war das Hauptthema dieser Aktion war, die Klassenstufen traten in verschiedenen, meist auch sehr amüsanten Wettkämpfen gegeneinander an. Die Wettkämpfe waren Tauziehen, Staffellauf und jemandem unter sein T-shirt so viele Luftballons wie möglich zu stecken, die man vorher aufblasen musste. Danach war der Schultag zu ende, doch kann mit Gewissheit sagen, dass ich so etwas nicht vergessen werden.

PS: Von Papa soll ich ausrichten, das jetzt die Fotos von Washington mit Erläuterungen verfügbar sind.

Chrissi

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Fahrradfahren nach Harvard

Am letzten Sonnabend fand die "Head of the Charles", eine Ruder Regatta auf dem Charles-River in Boston statt. Dies war für uns ein weiterer Anreiz endlich mit dem Fahrrad den schon mal erwähnten Minute Man Bikeway nach Boston zu fahren. Schnell für Robert noch ein Fahrrad gemietet und dann ab auf den Asphalt. Entlang bunter Bäume abseits der Straßen bis nach Cambridge zum Harvard-Campus. Dieser ehrwürdige Fleck Erde versprüht ein Mischung aus elitärem und studentischem Leben. Verweise auf ehemalige Studenten in Politik und Wirtschaft verstärken dann wieder den Eindruck der Elite. Die Kosten eines solchen Studiums sprengen unser deutsches Vorstellungsvermögen. Hinzukamen dann Episoden wie die der Bibliothek: " Ein Absolvent namens Widener macht sich 1912 nach seinem Abschluß auf eine Europareise, sammelt und kaufte ein Reihe historischer Bücher, fährt schnell zurück, nimmt dafür die Titanic und erleidet, wie ja bekannt ist, Schiffbruch. Da er in der First Class reist, hat er natürlich Anspruch auf ein Rettungsboot. Er will aber noch zurück in die Kabine, um seine wertvollen Bücher zu holen und findet an Deck leider keine Rettungsboote mehr. Die trauernde Mutter spendet dann an die Harvard Uni 2 Mio $ für den Bau einer Bibliothek mit 3 Auflagen. 1. Die Bibliothek darf nicht umgebaut werden 2. Jeder Absolvent muß einen Schwimmtest ablegen und 3. es gibt einen Leseraum, den nur zwei Personen betreten dürfen: eine Person die für frische Blumen sorgt und der Geist ihres verstorbenen Sohnes. Die erste Bedingung sorgt dafür, dass die Bibliothek unterirdisch erweitert wurde und zwar auf 5 Stockwerke. Die zweite Bedingung wurde durch ein Gesetz in Massachusetts aufgehoben, das keine Benachteiligung Behinderter erlaubt. Zur dritten Bedingung will ich mich nicht äußern." Wenn man die Harvard Uni nüchtern betrachtet, erinnert das Gelände stark an das St. Joseph Krankenhaus in Weißensee - naja so ähnlich jedenfalls.

Dann weiter zum Charles River, wo uns ein buntes Treiben von Fressbuden und
Musik erwartet. Viele Leute schlendern einfach die Promenade entlang und schauen den Ruderern zu, die in etlichen Kategorien mit über 1000 Ruderern starten. Die Regatta wurde dieses Jahr zum 46.mal ausgetragen und geht über 3 Meilen.

Da viele Straßen gesperrt waren, waren wir mit unserem Fahrrad ideal unterwegs, da Autofahren in Bosten selbst am Wochenende und ohne Sperrungen keinen richtigen Spaß macht.

Ein paar Fotos wie immer über den Link ganz oben. - Thomas

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Besuch aus "Good old Germany"

Robert hat uns diese Woche besucht, super spontan. Seit Donnerstag ist er hier und hat uns mit einigen Nettigkeiten aus dem guten Germanien versorgt, die hier entweder garnicht oder nur sehr teuer zu bekommen sind. Davon gibt es zu Beginn eines solchen Aufenthaltes einiges. Wir stellen aber auch schon fest, dass man sich an viele Dinge gewöhnt und den Geschmack und die Gewohnheiten anpasst.
Also Robert nun in Bosten und ein Programm zusammengeschustert, was auch die Wetterbedingungen berücksichtigt. Da die Aussichten für das Wochenende nicht so rosig waren in Bosten, haben wir uns für den Süden entschieden und sind auf nach Washington. Das ist ein guter 6-7h Trip bei guten Verkehrsbedingungen und ohne technische Probleme. Davon hatten wir allerdings ausreichend. Robert muß sich in Boston einen Nagel eingefahren haben, der dafür sorgte, das der Reifen massiv Luft verlor und andererseits nicht repariert werden konnte. Also haben wir den Hinweg im wesentlichen damit verbracht von einem Flughafen zum nächsten zu fahren auf der Suche nach einer Mietwagenstation die uns helfen kann. Ich werde nicht sagen was Robert ausgewählt hatte, aber bucht nicht bei Alamo. Am Sonnabend, Chrissi's Geburtstag, haben wir dann am Morgen Philadelphia besichtigt, incl. "Liberty Bell" und dem sehr schönen Historischen Distrikt. Dann schnell weiter nach Washington, was uns extrem gut gefallen hat. Mir ist aber aufgefallen, dass die Amerikaner und die Russen offensichtlich auf die gleichen Architekten bzw. Ideengeber zurückgreifen. Viele der Gebäude und Denkmäler könnten ohne Veränderung auch in Moskau stehen und dort ähnlich hineinpassen. Ich werde die Eindrücke nochmal später aufbereiten und müss jetzt Schluss machen, Denn anders als ich letztens in einer Mail gelesen habe, ist dies kein Urlaub sonder zwischen den Wochenenden extrem harte Arbeit. Ich mußte feststellen, dass ich hier mehr arbeite als in Berlin, was auf Dauer nicht gut ist. Ach ja, den Ausflug haben Christopher, Robert und ich alleine gemacht, das Angela mit Nici und Consti bei einem Turnier in Manchester waren. Wir wollten dort einmal die amerikanische Turnierluft schnuppern. - Thomas

Nord-Küste von Boston

Endlich kommen wir wieder dazu einige Informationen mit Euch zu teilen. Wir haben diesmal die nähere und entferntere Gegend erkundet. CIRC 30 Meilen von uns entfernt liegt Gloucester ein malerisches Fischerstädtchen, das wir am vorletzten Wochenende erkundet haben, Die Badesaison ist ja nun definitiv vorbei, so dass die Küstenbereiche eine interessante Mischung aus Verschlafenheit und Idyll bieten ohne die großen Mengen von Badetouristen, zu denen wir uns ja noch vor einigen Wochen selbst zählten. In diesem Ort wurde auch der Film "Der Sturm" gedreht, der, wie auch einige Denkmäler, an die Fischer erinnert, die nicht wieder heimgekehrt sind. Einige Fotos dazu sind wieder über den Link zu erreichen. Ganz in der Nähe ist auch die Tennisschule, in die Nici und Consti im Sommer gegangen sind. So haben wir am späten Nachmittag die Jungs dort zum Training gebracht und wi restlichen Drei sind in einer der öffentlichen Anlagen Tennis spielen gegangen. Dabei haben wir auch unsere Nachbarin mit ihren Tennis-Damen getroffen - 30 Meilen entfernt von unserem Haus! Zufälle gibt es manchmal.

Montag, 4. Oktober 2010

Herbst Anfang

Jetzt beginnt eine der wohl schönsten Jahreszeiten hier im Nordosten der USA - der Indian Summer. Die ersten Vorboten kann man schon erkennen da sich das Laub bereits beginnt zu färben. Einige Bäume haben die Blätter gar schon ganz abgeworfen. Die besondere Rot-Färbung der Blätter entsteht, wenn über einen bestimmten Zeitraum die Nächte kühl und die Tage sehr warm und sonnigsind. Dabei wird die Energieproduktion in den Blättern weiter angeheitzt, der Zucker kann aber durch die kühlen Nächte nicht abtransportiert werden. Dieser Umstand bewirkt dann die besondere Rot-Färbung. Hinzukommen betimmte Arten von Bäumen hier im Nordosten, die ohnehin schon eine Tendenz zur Rotfärbung haben.

Zum Herbst gehört natürlich auch das Oktoberfest, was wir am Sonnabend bei einem Nachbarn ausserhalb der Farm gefeiert haben. Dort fand sich neben einer kleinen deutschen Community auch andere Freunde und Bekannte der Familie ein. Mit Weisswürsten, Schmalz und Schwarzbrot, Oktoberfestbier und vielen anderen Leckereien aus Germanien haben wir dort einen super Tag im Garten bei Sonnenschein verbracht. Der Gastgeber ist Deutscher und lebt seit mehr als 13 Jahren hier in Bedford. Das war auch für uns eine tolle Gelegenheit viele Leute kennenzulernen - von Kinderärzten bis zu Lehrern. Ich habe einen neuen Ordner angelegt im Fotobereich, in dem ich verschieden Bilder hinterlege die dann vielleicht ein abgerundetes Bild vom Leben hier drüben geben. Aber Vorsicht, das Bild das wir zeigen erscheint dadurch sicher ewas verfälscht, da wir den Alltag natürlich nicht in allen Details dokumentieren. Ich kann das Gähnen schon hören, wenn ich anfangen würde, von meiner Arbeit zu erzählen, geschweige denn Fotos beim alltäglichen Einkauf zu machen.  - Thomas